Suche nach Römischen Bauwerken
aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. im Bereich des Arnheiter Hofes
Nach dem im Raum Breuberg/Rai-Breitenbach vermuteten ehemaligen
Badegebäude, das heißt einer römischen Sauna, aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. wird seit dem
Ende des 19. Jahrhunderts gesucht. Die letzten Grabungen fanden im Jahre 1956 statt.
Es gelang damals jedoch nicht, das Geheimnis der seit über 400 Jahren
bekannten Fundstelle des Römerbades, deren Lagestätte mit "nicht
weit" entfernt von der Arnheiter Kapelle, beschrieben wurde, zu lüften.
Auch bezüglich einer "villa rustica" (röm. Gutshof) oder
eines "Kastells", denen das Bad zuzuordnen ist, fehlt bis
heute jede Spur.
Eher zufällig hatte SSP-EXPLORATION
von der Suche erfahren und im Sommer 1998 rein interessehalber das
Gebiet beim Arnheiter Hof einer Vorerkundung unterzogen. Dabei wurden
von Erich Schuck Hohlräume unter Ackerflächen, also an Stellen, an
denen normalerweise keine Hohlräume vorkommen dürften, geortet.
Aus rutengängerischer Sicht knüpften
die Überlegungen zur Auffindung des Bades an
die Möglichkeit der Ortung von Hohlraumvorkommen und Wasserläufen an. Zusammen mit dem umgebenden
Fundamentmauerwerk dürfte der doppelte Boden des Warmbadetraktes mit
seinen zahlreichen Steinstützen im Abstand von ca. einem halben Meter,
eine sehr stabile und abgeschlossene Einheit gebildet haben.
Das Bild
rechts oben zeigt die doppelbödige Bauweise bei einem anderen
Badegebäude. Es wurde von unten geheizt.
Vorstellbar ist, dass Teile der sehr
stabilen Beheizungsanlage bis heute erhalten geblieben sind und als unterirdischer Hohlraum
nach wie vor existent sind. Mittels Hohlraumortung könnte somit das ehemalige Badegebäude
vielleicht geortet und gefunden werden.
Dass diese Überlegung nicht ganz abwegig
ist, hatte sich schließlich schon einmal im Jahre 1543 gezeigt.
In einem aus dieser Zeit überlieferten
Bericht, heißt es, dass das Ochsengespann eines Bauern beim Pflügen
plötzlich in einen
unterirdischen Hohlraum eingebrochen war. Dieser
Hohlraum hatte sich offensichtlich über rund 1.400 Jahre hinweg
erhalten.
Merkwürdigerweise weckte der Fund die
Neugierde, eine Ausgrabung vorzunehmen und sich mit dem Bauwerk näher
zu befassen. Das war für die damalige Zeit, in der es die
Wissenschaft der Archäologie überhaupt noch nicht gab und alte Bauwerke wohl
eher als Baustoffquelle angesehen wurden, ein durchaus sehr
ungewöhnliches Verhalten. Immerhin wurde das Bauwerk vermessen und in
einer masstabsgetreuen Zeichnung festgehalten. Die Zeichnung aus dem
Jahre 1604 wird heute als sogenannter "Leidener Plan" in der
Universität Leiden, Holland aufbewahrt. Der Ort des ehemaligen
Badehauses ist bis heute nicht wiedergefunden worden.
Die Ortungen von Erich Schuck gaben Anlass für die
Stadt Breuberg, SSP-Exploration mit der Erstellung einer umfassenden
Studie zu beauftragen. Die Ergebnisse dokumentiert und von Peter Schneider am 8. Juni 1999 dem Ortsbeirat des
Stadtteils
Rai-Breitenbach der Stadt Breuberg und Vertretern des Denkmalschutzamtes
präsentiert.
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