Aufgabenstellung: Studie über die Erkundung von 3 Planstandorten zur Errichtung einer Mülldeponie im Raum der Gemeinden Kimbach, Weiten-Gesäß und Vielbrunn im Odenwald auf mögliche Gefährdungen der Trinkwasserversorgung durch kontaminierte Einsickerungen. Größe des Suchgebietes: 30 km² Auftraggeber: Verein für Orts- und Landschaftspflege, Vielbrunn e.V. Um über die mögliche Gefährdung der Grundwassersituation mehr zu erfahren wurde Erich Schuck/SSP-Exploration zur Erkundung der Grundwassersituation hinzugezogen. Problem: Der Luft und Fremdenverkehrsort Vielbrunn im Odenwald wehrt sich gegen die Folgen (Geruchsbelästigung, Zunahme des Müll-Verkehrs, Belastung der Ökologie des nahen Naturschutzgebietes, Wohnwert - und Immobilienwertverluste). Ergebnisse der Erkundung (Kurzfassung): Es wurden die im Untergrund durchfließenden Wasservorkommen (Wasserwegigkeiten, "Wasseradern", wasserführende Zonen) gesucht. Deren Breite, Tiefe und Mächtigkeit wurde bestimmt. Weiterhin wurde geprüft, ob das Grundwasser in einer Verwerfung floss. Dann wurde den Verläufen der wasserführenden Zonen nachgegangen. Teilweise endeten die Verläufe als Quelle, die an der Erdoberfläche austrat. Sämtliche Vorkommen und Verläufe wurden in eine topografische Karte (1:25.000) eingezeichnet. Bei der tw. kilometerweiten Verfolgung der unterirdischen Grundwasserverläufe kam es zur Entdeckung eines unterirdischen Sees, der sich in einem Hohlraum im Muschelkalkgestein gebildet hat. In diesem See flossen mehrere Grundwasservorkommen zusammen. Die Erkundung ergab, dass der See hat einen Durchmesser von ca. 250 Metern hat und sich in einer Tiefe von ca. 150 Metern befindet. (vgl. Zeitungsartikel "Rutengänger entdeckt unterirdischen See - Erich Schuck stößt bei Arbeiten am Feuchtbiotop auf natürlichen Wasserspeicher", Odenwälder Heimatzeitung vom 14. und 16. Februar und Darmstädter Echo vom 16. Februar 1994). Aufgrund der grundwasserführenden Zonen, die zu diesem unterirdischen See hin-, bzw. wegfließen, nimmt dieser als natürlicher Wasserspeicher eine wichtige Funktion ein. Der See versorgt den "Grundlosen Brunnen" der Gemeinde Michelstadt/Weiten-Gesäß. Auf die große Speicherkapazität des Sees dürfte es zurückzuführen sein, dass das Michelstädter Wasser seit je her von guter Qualität ist und reichlich zur Verfügung steht. So reichlich, dass auch problemlos die Gemeinde Vielbrunn mit versorgt werden kann. Deren Wasserbehälter werden von Weiten-Gesäß aus, mit dem Wasser aus dem "Grundlosen Brunnen" gefüllt. Aus der Einzeichnungen in der topografischen Karte wird ersichtlich, dass die "Hauptwasseradern", die das Reservoir des Sees füllen, zum einen ihre Einsickerungsgebiete im Bereich "Erlen" und "Mainstraße" und zum anderen im Bereich "Felgenwald" haben. Weiterhin wird ersichtlich, dass auch das Feuchtbiotop "Käsebrünnchen" bei Kimbach (vgl. auch hierzu "Für Amphibien engagiert - Schutzgebiet am Käsebrünnchen fertig" Odenwälder Heimatzeitung, v. 17.9.1993). seinen Grundwasser-Ursprung bzw. sein Einsickerungsgebiet im Bereich des Mülldeponie-Planstandortes "Mainstraße" hat. Als wesentliches Ergebnis in Bezug auf die Planstandorte der Mülldeponie war somit folgendes festzustellen: Im Falle der Errichtung einer Deponie ist eine erhebliche Gefährdung der Trinkwasserqualität der angeschlossenen Gemeinden zu erwarten. Weiterhin wird auch die Wasserqualität des Feuchtbiotops beim Kimbacher "Käsebrünnchen" und damit das Biotop gefährdet sein.
Die vorstehende Handskizze verdeutlicht die Verläufe der Hauptwasseradern (blau) im Suchgebiet. Die Pfeile geben die jeweilige Fließrichtung an. Zwei der Hauptwasseradern haben ihren Ursprung in den beiden Plangebieten "Erlen" und "Mainstraße" (gelb) und fließen in das unterirdische Wasserreservoir (Kreis). Ein Abzweig der einen Wasserader speist das Amphibien- Schutzgebiet. Andere Wasseradern treten als Quellen aus dem Berg. Auch aus dem Plangebiet "Felgenwald" (gelb, unten) fließt eine Hauptwasserader in das unterirdische Wasserreservoir. Da durch den erkundeten Verlauf nunmehr bekannt ist, woher das Wasser kommt (Einsickerungsgebiet) und wohin es fließt, kann auch über die potentiellen Verunreinigungen des Trinkwassers eine Aussage gemacht werden. Bericht/Zeitungsartikel: Odenwälder Heimatzeitung, Erbach, 14.2.1994 "Rutengänger entdeckt unterirdischen See"
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