Radiästhesie

Der Begriff Radiästhesie stammt aus dem Griechischen und ist eine Zusammensetzung der Wörter „radius“, zu übersetzen mit „Strahl“ und „aisthesis“ in der Bedeutung von „empfinden, fühlen, wahrnehmen. Im deutschen Sprachraum hat sich die Bezeichnung „Wünschelrutengehen“ oder „Rutengehen“ herausgebildet. Sichtbares äußeres Kennzeichen der Methode ist die Verwendung einer Wünschelrute oder eines Pendels als Hilfsmittel. 

Radiästhetische Methoden gehören zu den alternativen Verfahren der Erkundung. Es ist bis heute nicht gelungen, diesen nachweislich über 4000 Jahre alten Wahrnehmungsprozess mit den Methoden der modernen Wissenschaft zu erfassen. Zuwenig wissen wir offensichtlich über diesen Bereich der uns immer und überall umgebenden Natur. Immer noch weitgehend unbekannt sind die sich offenbar im  menschlichen Gehirn abspielenden neuro-biologischen  Reaktionsprozesse und deren Steuerungen. Zu wenig wissen wir auch über die Art und Herkunft der Signale, derer der Radiästhet habhaft wird.

Trotz weitgehend ungeklärtem Funktionsmechanismus ist es jedoch so, dass zahlreiche beeindruckend richtige Vorhersagen von einigen wenigen, offensichtlich hierzu besonders befähigten Menschen gibt. 

Die richtigen Vorhersagen belegen, dass das Phänomen grundsätzlich geeignet ist, bei bestimmten Erkundungsfragen  eingesetzt zu werden.  Hier setzen die gemeinsamen Forschungen von Peter Schneider und Erich Schuck an. Immer geht es dabei um die Zuverlässigkeit der Vorhersagen unter Berücksichtigung der den Wahrnehmungsprozess bestimmenden Einflussgrößen. Das fängt an bei beim Material, der Konstruktion sowie der Haltung der Wünschelrute und geht über die individuelle Befähigung, diese (unbekannten) Signale  überhaupt wahrnehmen können bis hin zu offensichtlich erkennbaren Störungen oder Ablenkungen dieser Signale durch externe Bedingungen. Letztlich erhöht der forschende Rutengänger nach dem Prinzip Versuch und Irrtum permanent seinen Erfahrungsschatz, bestimmte Vorkommen erfolgreich zu erkennen und zu verorten.   

Höchstinteressant ist dabei ist die Tatsache, dass die sich über den geologischen Strukturen an der Erdoberfläche abzeichnenden Anomalien auch aus größeren Entfernungen richtungsmäßig erkannt werden können. Bei der Erkundung großer Geländeflächen (z.B. auf Hohlraumvorkommen) ist das von entscheidendem Vorteil. Denn die  Erkundung erfolgt von verschiedenen Standorten aus durch Vornahme einiger sich überkreuzender (radiästhetischer) Peilungen.  Eine Peilung reicht dabei jeweils "soweit das Auge reicht".  Nachdem auf diese Weise die Existenz eines Vorkommen, zum Beispiel ein Wasservorkommen oder ein unterirdisches Hohlraumvorkommen aus der Ferne festgestellt wurde, wird dann der Ort aufgesucht und weiter untersucht.

Zahlreiche Rutengänger sind mit der Ortung von Grundwasservorkommen, geologischen Verwerfungen, Brüchen und Erdspalten vertraut. Unterschiede in der Befähigung ergeben sich erst, wenn es z.B. um die Ortung von Mineralwasser- oder Heilwasservorkommen geht. Auch über Erfahrung zur verlässlichen Ortung von Thermalwasser verfügen nur sehr wenige. Geht es dann weiter zur Feststellung von "Stockwerkswasser"- verhältnissen im Untergrund, das sind "überkreuz" im Untergrund verlaufende Wasseradern in unterschiedlichen Tiefen, und weiter um Verwerfungen, die Wasser führen und tief in den Untergrund hineinreichen können, und weiter um Mineralien und Erze, dann reduziert sich die Anzahl der hierzu befähigten Rutengänger erheblich. Mir ist, was die Ortung von unterirdischen Hohlräumen angeht, kein einziger Rutengänger bekannt geworden der den Vergleich mit Erich Schuck standhalten würde.

Das Spektrum der Vorhersagen zeigt, dass das die üblichen geologischen und ingenieurtechnischen Verfahren der Bodenerkundung in effizienter Weise durch rutengängerische Verfahren ergänzt werden können. Rutengänger kommen aufgrund ihrer Erfahrungen zu Beschreibungen der Verhältnisse im Untergrund, die es vorher so nicht gab. Werden die unterschiedlichen Erkundungsansätze, hier konventionelle Geowissenschaften dort unkonventionelle (Grenz-?) wissenschaft miteinander in Einklang gebracht, so muss daraus ein Gewinn an Erkenntnis die Folge sein. 

Zur Arbeitsweise des Rutengängers im Gelände: 

Die Breite des entdeckten Vorkommens (etwa einer wasserführenden Zone ) unter der Erdoberfläche ergibt sich aus den beiden Randzonen, die von einer Seite zur anderen rasch abgeschritten sind.

Folgt man einer der beiden Randzonen, oder auch beiden, so ergibt sich daraus der Verlauf des Vorkommens. Man kann auf diese Weise der Hohlraumanomalie eines unterirdischen Stollens an der Erdoberfläche folgen und sehen, wo sie hinführt. So wird man irgendwann auf die ehemaligen, heute meist verschütteten Zugänge stoßen. Das gleiche gilt auch für die Anomalien unterirdischer Wasserläufe, deren Randzonen man folgen kann, um zu sehen, wohin sie abfließen (Austritt an der Erdoberfläche als Quelle)  oder wo sie ihren Ursprung (Einsickerungsgebiet) haben. Zur Erschließung eine Grundwasservorkommens bohrt man zweckmässigerweise an einer erdoberflächlich geeigneten Stelle genau in den Bereich des größten unterirdischen Durchflusses hinein.

Ohne eine genaue Tiefenangabe ist die Ortung eines Vorkommens ohne praktischen Nutzen. Richtige Tiefenvorhersagen von Grundwasservorkommen in 300 Metern Tiefe konnten beobachtet werden. Gute Rutengänger machen sich hierbei die unter einem 45 °-Winkel zu Seite abgehende "Ausstrahlung"  des Vorkommen (resp. der Anomalie) und die Seitenverhältnisse eines rechtwinkligen Dreiecks zunutze.

In ähnlicher Weise, unter Einbeziehung bestimmter Winkelverhältnisse, wird auch die Mächtigkeit des Vorkommens im Untergrund bestimmt.

Auch die Vorhersage von Fließrichtung und Schüttung (im Untergrund "durchfließende" Menge an Wasser in Litern pro Sekunde) gehören zum Repertoire qualifizierter Rutengänger.

Zusammengefasst sind es also beim der Suche nach Grundwasservorkommen insgesamt 7 Bestimmungsgrößen,  die rutengängerisch bestimmt werden können. 

Existenz                        von Vorkommen, je nachdem, was gesucht wird
Verlauf                         woher kommend, wohin gehend,
Breite                            d.h. Ausdehnung des entdeckten Vorkommens in Metern,
Tiefe                              des entdeckten Vorkommens in Metern,
Mächtigkeit                  des entdeckten Vorkommens in Metern,
Fließrichtung               des entdeckten Grundwasservorkommens
Schüttung                     des entdeckten Grundwasservorkommens in Liter pro Sekunde

 

 

 

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